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MP3-Komprimierung von Audiosignalen in Hifi-Qualität für Internet und Rundfunk: Kompression von Musiksignalen

Beschreibung der Institute und Unternehmen zu ihren nominierten Projekten

MP3 ist die heute übliche Kurzbezeichnung für den ISO/IEC-Standard zur Kompression von digitalen Audiosignalen. Dieser Standard ist Teil der Familie der MPEG (Moving Pictures Experts Group) - Standards zur digitalen Kompression von Audio- und Videosignalen, wie sie heute im digitalen Rundfunk und im Internet eingesetzt werden.

MPEG Audio Layer-3 (kurz: MP3) erlaubt die Kompression von Musiksignalen auf ca. 8% der sonst notwendigen Datenmenge fast ohne hörbare Unterschiede zum Originalsignal. Damit kann auf einem Computer zwölf Mal soviel Musik gespeichert werden, Musik über das Internet zwölf Mal so schnell herunter geladen werden, und bei gegebener Frequenzzuteilung über digitales Radio können zwölf Mal mehr Rundfunksender auf Sendung sein.

Die Verfügbarkeit von MP3 als Kompressionsverfahren hat bewirkt, dass in der Musikindustrie der Paradigmenwechsel von physikalischen Medien (Schallplatte, MC, CD oder DVD-Audio) hin zur Sicht von Musik als nicht an physikalische Medien gebundenes Gut beschleunigt in Gang gekommen ist.

Nachdem in früheren Jahren Kopierschutzverfahren wie das ebenfalls am IIS in Erlangen entwickelte MMP (MultiMedia protection Protocol) nur in wenigen Anwendungen zum Zuge kamen, hat die internationale Musikindustrie als Reaktion auf die Verbreitung von MP3 Anfang des letzten Jahres die SDMI (Secure Digital Music Initiative) - Gruppe ins Leben gerufen. In diesem Industriekonsortium mit Teilnahme von ca. 120 internationalen Firmen aus der Musikindustrie, Consumer-Elektronik-Industrie und Computer-Industrie sowie von führenden Technologiefirmen (einschließlich des Fraunhofer-IIS-A) werden Anforderungen an den Musikvertrieb der Zukunft beraten.

MP3 ist heute das Symbol und Markenzeichen für eine neu aufstrebende Industrie mit „alten“ Firmen aus dem Elektronik- und Halbleiterbereich, aber auch neuen Firmen mit Börsenbewertungen schon im Millardenbereich. Die Produkte dieser Firmen sind: Halbleiterprodukte zur Encodierung von MP3, MP3-Player, Musikvertrieb über ISDN oder Internet, Software zur Codierung und Decodierung von MP3-Daten oder zur Organisation von persönlichen Musikarchiven („Jukebox-Systeme“), professionelle Geräte und Radios für den digitalen Rundfunk und weitere Sparten von professionellen und Consumer-Geräten.

Deutsche Firmen mit erheblichem Umsatz und/oder erheblichen Investitionen in den Bereich MP3 sind unter anderem: Micronas-Intermetall in Freiburg, Dialog-4 GmbH, Meister Electronic GmbH, Pontis GmbH in Regensburg, Opticom GmbH in Erlangen. Die Leistungen des Teams erstrecken sich auf drei Phasen der Arbeiten an MP3. In den Jahren von 1985 bis 1988 fand die Grundlagenforschung vor allem am Lehrstuhl für Technische Elektronik der Universität Erlangen-Nürnberg statt.

Von 1988 bis 1994 erfolgte die Standardisierung. Das Fraunhofer-IIS bildete mit anderen bedeutenden Firmen eine strategische Allianz, deren Verfahren den Spitzenplatz bezüglich der Tonqualität errang und schließlich zum MP3-Standard führte. Dieser erhält die wesentlichen Elemente der Vorschläge aus Erlangen.

In den Jahren 1994 bis heute wurde ein erfolgreiches MP3-Lizenzprogramm entwickelt und setzte sich auf dem Markt durch. Fraunhofer-IIS entwickelte effektive MP3-Lösungen auf unterschiedlichen Plattformen - zunächst auf digitalen Signalprozessoren (DSPs), später auf PC- und Chipebene. Die konsequente Nutzung des Internets als Marketinginstrument machte Layer-3 bekannt und sorgte für seine Verbreitung. In enger Kooperation mit Thomson Multimedia entstand ein marktgerechtes Lizenzprogramm für MP3-Software und -Patente.

Informationen und Kontakt zum Deutschen Zukunftspreis unter:
E-Mail: info@deutscher-zukunftspreis.de
Internet: www.deutscher-zukunftspreis.de


Das Vorschlagsrecht zum Deutschen Zukunftspreis obliegt den führenden deutschen Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Stiftungen.

Das Projekt „Komprimierung von Audiosignalen in Hifi-Qualität für Internet und Rundfunk“ wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft vorgeschlagen.