Team 3

Integrierte Prozesse zur Papierherstellung

Beschreibung der Institute und Unternehmen zu ihren nominierten Projekten

Das Projekt „Integrierte Prozesse der Papierherstellung“ der Haindl Papier GmbH & Co. KG, Augsburg, das für den Verleihung 2000 nominiert wurde, stützt sich auf drei wesentliche Teile einer technisch-wissenschaftlichen, ganzheitlichen Entwicklungsarbeit, die sich mit einer neuen Papiermaschinentechnik und -technologie für LWC-Papier, der Weiterentwicklung der Faserstofftechnologie für Altpapiereinsatz bei LWC-Papier und einer neuentwickelten, altpapierhaltigen LWC-Sorte für energiesparende Druckobjekte beschäftigt.

Die wesentliche Innovation der Papiermaschinentechnik ist die erstmalige Integration von fünf Verfahrensschritten in einer zusammenhängenden Produktionsanlage (Online-Prozess). Dies bedeutet, dass die Papierbahn ohne Zwischenschritte hergestellt, gestrichen und anschließend geglättet wird. Die bisherige Auf- und Abrollung der Papierbahn zwischen den traditionellen Verfahrensschritten Herstellen, Streichen und Glätten führen zu erheblichen Rohstoff-, Energie- und Qualitätsverlusten. Haindl Papier hat mit dem Bau der weltweit leistungsfähigsten und innovativsten Papiermaschine zur Herstellung gestrichener Magazinpapiere (LWC-Papier) am Standort Augsburg diesen Online-Prozess verwirklicht. Dieses Investitionsprojekt PM 3 in Höhe von rund 800 Millionen DM ist ein eindrucksvoller Beweis für die Innovationskraft von Haindl und Ergebnis einer konsequenten Umsetzung der in die Zukunft gerichteten, integrierten Unternehmensstrategie: Wirtschaftlichen Erfolg mit marktfähigen Produktinnovationen durch neue ressourceneffiziente Herstellungsprozesse und produktions- und produktbezogene Umweltleistungen zu erzielen.

Die Weiterentwicklung der Faserstofftechnologie für den Altpapiereintrag bei LWC-Papier stellt an Festigkeit, Sauberkeit, Weißgrad und Helligkeit eine wesentliche höhere Qualitätsanforderung an den Sekundärfaserstoff als bei seiner Verarbeitung zu Standardzeitungsdruckpapier. Die Aufbereitungs- und Deinkingtechnologie von Altpapier wurde so weit optimiert, dass Altpapier als wesentliche Faserstoffkomponente für die Herstellung von höherwertigen Magazinpapieren verarbeitet werden kann. Ein wertvoller Sekundärrohstoff, dessen Verarbeitung wesentlich weniger Energie als die Zerfaserung von Holz erfordert, bleibt damit im Produktionskreislauf. Der Rohstoffmix von je einem Drittel Holzstoff, Altpapier und Zellstoff im Rohpapier ist für die LWC-Produktion revolutionär.

Der dritte Teil der Entwicklungsarbeit konzentriert sich auf die Herstellung einer altpapierhaltigen LWC-Sorte für einen energiesparenden Druck von anspruchsvollen Magazinen und Beilagen nach dem Coldset-Verfahren. Druckobjekte, die vorher nur im Heatset hergestellt werden konnten, lassen sich mit dieser, von Haindl neuentwickelten, inzwischen patentgeschützten Papiersorte VALSAmatt C im Coldset-Druck realisieren, der ohne energieaufwendige Trocknung des bedruckten Papiers auskommt.

Verantwortlich für diese innovative, integrierte Prozess-, Produkt- und Managemententwicklung bei der LWC-Papierherstellung sind das Team Dr. Georg Holzhey, Geschäftsführer, Dr. Hartmut Wurster, Geschäftsbereichsleiter Magazinpapiere und Projektleiter PM 3 und Hans-Peter Hofmann, Hauptabteilungsleiter Entwicklung Magazinpapiere, alle Haindl Papier GmbH & Co. KG, Augsburg.

Informationen und Kontakt zum Deutschen Zukunftspreis unter:
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Das Projekt „Integrierte Prozesse der Papierherstellung“ wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag vorgeschlagen.