26. August 2002 - Pressemitteilung

Bundespräsident Rau besucht in Saarbrücken den Preisträger des
Deutschen Zukunftspreises 2001

Saarbrücken, 26. August 2002 - Bundespräsident Johannes Rau und seine Frau Christina Rau besuchten am 26. August 2002 den Preisträger des Deutschen Zukunftspreises Prof. Wolfgang Wahlster im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken.

Prof. Wahlster hatte im letzten Jahr diese Auszeichnung für seine Arbeiten zu „Sprachverstehenden Computern“, deren Erforschung und Entwicklung seit mehr als 25 Jahren im Zentrum seiner Arbeit stehen, erhalten. Der Besuch des Bundespräsidenten beim Preisträger dient wesentlich der Information über den Fortgang des ausgezeichneten Projektes. Begleitet wurde der Bundespräsident vom Ministerpräsidenten des Saarlandes Peter Müller und dessen Gattin. Prof. Wahlster, Prof. Margret Wintermantel, die Präsidentin der Universität des Saarlandes, und Dr. Peter Krause, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), empfingen die Gäste. Prof. Wahlster stellte in einem Kurzvortrag den „Weg zum Sprachverstehenden Computer“ und die Ergebnisse des Verbundvorhabens Verbmobil (Laufzeit: 1993 - 2000) vor. Das Verbmobil-System erkennt gesprochene Spontansprache, analysiert die Eingabe, übersetzt sie in eine Fremdsprache, erzeugt einen Satz und spricht ihn aus. Über eine Laufzeit von acht Jahren förderte das BMBF das VerbmobiI-Projekt, dessen wissenschaftliche Gesamtleitung in den Händen von Prof. Wahlster lag.

Weiterhin wurden die Gäste über aktuelle Forschungsergebnisse, neue Systeme als auch marktreife Produkte, die aus Forschung und Entwicklung zur maschinellen Sprachverarbeitung hervorgegangen sind, informiert. Dazu gehören die sprachgesteuerte Navigation und die Bedienung der Infotainmentkomponenten in einem Mercedes-Benz S-Klasse 430 ebenso wie die Ansteuerung der Haustechnik via Handy. Die Umsetzung von Forschungsergebnissen und Innovationen nicht nur in marktreife Produkte sondern auch - ganz konkret - in Arbeitsplätze ist eine wichtige Komponente des Deutschen Zukunftspreises. Bundespräsident Rau und Ministerpräsident Müller erfuhren in Gesprächen mit Geschäftsführern und Gründungsgesellschaftern von Verbmobil-Spin-offs, dass in den aus dem Verbmobil Projekt hervor gegangenen Firmen bereits mehr als 150 Arbeitsplätze geschaffen worden sind.

Im Verlauf des Rundgangs im DFKI konnte sich der Bundespräsident von der Weiterentwicklung der Forschung zur Mensch-Technik-Interaktion ein Bild machen.

„Unser Ziel ist es, Technik menschenfreundlicher zu gestalten“, so Prof. Wahlster zum Schwerpunkt der DFKI-Forschungsarbeiten. „Der Mensch soll sich nicht dem Computer anpassen müssen, sondern umgekehrt soll sich der Computer dem Menschen anpassen.“ Im aktuellen Projekt SmartKom wird unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Wahlster die Erkennung gesprochener Sprache mit der Erkennung von Gestik und Mimik kombiniert. Die Kernidee von SmartKom ist die Erforschung und Entwicklung einer selbsterklärenden, benutzeradaptiven Schnittstelle für die Interaktion von Mensch und Technik im Dialog. Das System realisiert beispielhaft eine dialogische Schnittstelle zu Technik (Kinoreservierung, TV-Information, Ansteuerung von Unterhaltungselektronik). Erprobt werden Konzepte für die Entwicklung neuartiger Formen der Mensch-Technik-Interaktion. Diese Konzepte - davon ist Wahlster überzeugt - werden die bestehenden Hemmschwellen von Computerlaien bei der Nutzung der Informationstechnologie abbauen und so einen Beitrag zur Nutzerfreundlichkeit und Nutzerzentrierung der Technik in der Wissensgesellschaft liefern.

Bundespräsident Rau dankte zum Abschluss seines Besuches herzlich für einen „aufregenden Nachmittag“ und betonte die Notwendigkeit wissenschaftlicher Forschungsarbeit: „Man darf bei Bildung, Wissenschaft und Kultur nicht sparen. Denn das ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern das ist die Hefe im Teig.“

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