25. Mai 2005 - Pressemitteilung

Bundespräsident Horst Köhler besucht die Preisträger des
Deutschen Zukunftspreises 2004

Itzehoe, den 25. Mai 2005 - Bundespräsident Horst Köhler besuchte heute die Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2004, Dr. habil. Rainer Hintsche (Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie), Dr. Walter Gumprecht (Siemens) und Dr. Roland Thewes (Infineon), die mit ihrem „Labor auf dem Chip – Elektrische Biotechnologie“ die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung im November letzten Jahres gewonnen hatten.

Der Besuch fand im Fraunhofer Institut in Itzehoe statt. Dort hatte das Team die Technologie und erste Prototypen entwickelt. Das „Labor auf dem Chip“ ermöglicht die Analyse von Krankheitserregern, Hormonen, toxischen oder sonstigen Substanzen ohne langwierige Laboranalysen preisgünstig und direkt vor Ort. Das Prinzip kann in der Lebensmittelanalytik, in der Pharmazie und in der Agro- und Umweltanalytik genutzt werden. Dem Preisträger-Team ist es gelungen, die biologischen Erkennungsprozesse direkt über elektrische Signale auf dem Chip auszulesen. Durch diese Innovation wurde die Basis für miniaturisierte, transportable und zugleich robuste Analysesysteme geschaffen.

Der Deutsche Zukunftspreis, der seit 1997 vergeben wird, prämiert Innovationen, die sich durch gesicherte Umsetzung und uneingeschränkte Marktfähigkeit verbunden mit der Schaffung von Arbeitsplätzen auszeichnen. In Begleitung des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein Peter Harry Carstensen und des Wirtschaftsminister Dietrich Austermann ließ sich der Bundespräsident jetzt den Stand der industriellen Umsetzung des elektrischen Biochips erläutern und konnte sich davon überzeugen, das die Umsetzung der prämierten Technologie intensiv und erfolgreich verfolgt werden.

Mit einer Ausgründung in eine eigenständige Firma, die eBiochip Systems GmbH, wurde vom Fraunhofer-Institut inzwischen die Grundlage für die Vermarktung der Innovation geschaffen. Das Unternehmen hat bereits mehrere Typen portabler Analysegeräte zum Nachweis von Proteinen, Nukleinsäuren oder Antibiotika auf den Markt gebracht und ein europaweites Kooperationsnetz mit bisher 15 Partnern aus Industrie und Wissenschaft aufgebaut. Weitere Umsetzungen erfolgen durch strategische Partnerschaften; so entstand ein System zu Biowaffenabwehr, das bereits intensiv erprobt wird.

Die Firma Siemens, im Preisträgerteam durch Dr. Gumprecht vertreten, setzt das „Labor auf dem Chip“ demnächst als universelles Massenprodukt um. Eingesetzt in eine Chipkarte – ähnlich einer konventionellen Scheckkarte – liefert das Minilabor schnell und kostengünstig wichtige Daten; genutzt werden soll es bei Ärzten, am „point of care“ und in klinischen Labors.

„Die elektrischen Biochips mit ihrer fachübergreifenden Kombination von industrieller Siliziumtechnologie, Mikrosystemtechnik sowie Nano- und Biotechnologie bieten für den Standort Deutschland die Chance, einen neuen, bisher noch offenen High-Tech-Markt mit Zukunftspotenzialen zu besetzen“, betonte Dr. Hintsche abschließend vor dem Bundespräsidenten. „Sie sind eine eigenständige Entwicklung von deutschen Instituten und Unternehmen mit weltweiten Patentrechten und ein originärer Ansatz, für den bisher weltweit keine Konkurrenz erkennbar ist“.

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Claus Wacker
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