05. November 2015 - Pressemitteilung des Deutschen Zukunftspreises

Entscheidung am 2. Dezember: Drei Teams mit ihren Arbeiten wurden zum Deutschen Zukunftspreis 2015 nominiert – hier „3-D-Druck im zivilen Flugzeugbau - eine Fertigungsrevolution hebt ab“

Anmoderation: Zu den faszinierendsten technischen Entwicklungen der letzten Jahre gehört zweifellos der 3-D-Druck. Gegenstände wie Figuren, Werkzeug aus dem Drucker, und dann auch noch vergleichsweise erschwinglich - vor wenigen Jahren noch unvorstellbar. Einem Forscherteam ist es jetzt gelungen, 3-D-Drucke so zu optimieren, dass damit sogar Flugzeugteile gebaut werden können. Und deswegen sind sie jetzt für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden.

Sprecher:

3-D gibt es eigentlich schon vergleichsweise lange. Dass nun damit Ersatzteile für Flugzeuge hergestellt werden können, zeigt, wie fortgeschritten die Technologie inzwischen ist. In wohl keinem Industriebereich sind die Sicherheitsanforderungen größer. Insofern ist es besonders bemerkenswert, dass das Nominierten-Team mit einem speziellen Laser-Verfahren nun in der Lage ist, selbst metallische Teile für den Flugzeugbau zu produzieren. Zustande gekommen ist die Innovation durch eine Zusammenarbeit von 3-D-Druck-Experten und der Firma Airbus, die die Dimension der neuen Möglichkeiten erkannt hat und von Team-Sprecher Peter Sander vertreten wird.

O-Ton Dipl.-Ing. (FH) Peter Sander über die Vision Airbus (mp3) (00:24)

"Wir haben den Plan, dass 10 Prozent unserer Ersatzteile zukünftig gedruckt werden. Dahinter steckt nicht nur, dass man nicht 30 Jahre alte Werkzeuge permanent weiter warten muss. Dahinter steckt auch, dass man diese Bauteile dort druckt, wo sie gebraucht werden. Das heißt, ich spare mir eine Menge Logistik, ich muss sie nicht über die Welt schippern. Das einzige, was man dafür braucht, ist ein digitaler Datensatz."

Sprecher:

Der 3-D-Druck sorgt somit für eine preiswertere, flexiblere und umweltschonendere Herstellung. Und: auch in anderen Industriebranchen dürfte das neuartige Verfahren mit Laserlicht die Produktionsabläufe revolutionieren.

O-Ton Dipl.-Ing. (FH) Peter Sander über die Thematik beschleunigen (mp3) (00:30)

"Und ich hoffe, dass die nächsten Monate uns helfen, dieses Thema noch ein bisschen in die Breite zu bringen. Gar nicht so sehr Flugzeugbau. Auch andere Anwendungen sehen wir da massiv kommen und damit unser Netzwerk, das wir inzwischen aufgebaut haben mit Medizintechnik, Automotive - wir machen inzwischen was mit Schiffsbauern - dass wir dieses Netzwerk in den nächsten zwei Monaten so erweitern können, dass wir in Summe diesen Technologieschub noch beschleunigen können."

Sprecher:

Unabhängig davon hat die Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis für das Team noch eine ganz persönliche Bedeutung.

O-Ton Dipl.-Ing. (FH) Peter Sander über das Beste (mp3) (00:16)

"Ich beispielsweise habe 34 Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und dass wir mal so etwas Tolles zusammen entwickeln durften und dann in ein solches Finale kommen und eine Nominierung bekommen, das ist einfach das Beste jetzt - das kann man wirklich sagen."

Podcast und O-Ton Materialien stehen in der Mediathek zur Verfügung.